Allerlei Filzerei - von Hand gefertigte Unikate.
Ein sinnliches Vergnügen mit natürlichem Charme

Mooskappen auf der Suche nach Bergleuten...

Wo kommt sie her?
Wann wurde sie zum ersten Mal verwendet?
Wie wurde sie hergestellt?
Welches Material wurde verwendet?

Viele Fragen, die nach Aufklärung suchen. Wenn Sie Hinweise geben können, würde ich mich über eine Mail sehr freuen.

Hinweise, die ich schon bekommen habe - siehe weiter unten.

St. Andreasberger Mooskappe nach einem Original aus der Grube Samson

Die Mooskappe gehört zur traditionellen Bergmannstracht und schützte den Kopf vor kleinen Steinschlägen und Stößen.

Um diese historische Kopfbedeckung nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, habe ich mich in vielen Versuchen an die Form herangetastet und sie in liebevoller Handarbeit mit feiner Merinowolle gefilzt.

Je nach Wunschgröße werden Vorlagen gefertigt, die Vlieswolle in dünnen Schichten aufgelegt, angefeuchtet und mit hautschonender Olivenölseife angefilzt.

Im weiteren Verlauf wird die Vorlage entfernt und die Kappe während des Walkens immer wieder in Form gebracht. Sorgfältiges Arbeiten ist dabei sehr wichtig, damit keine Unebenheiten oder Löcher entstehen. Am Ende des Filzprozesses wird sie mit klarem Wasser ausgespült und mit Essigwasser neutralisiert.

Jetzt wird die Mooskappe auf eine Hutform gezogen und in die endgültige Form gebracht. Nun muss sie nur noch trocknen.

Dieses reine Naturprodukt wärmt, ist wasserabweisend, leicht  und kratzt nicht.

Die Originalfarbe ist ein Moos- bzw. Tannengrün; man kann sie aber auch in vielen weiteren Farben bestellen.

Sie können die Mooskappe mit lauwarmen Wasser von Hand waschen, mit einem Handtuch abtrocknen, in

Form bringen und an der Heizung oder in der Sonne trocknen lassen.

Hier können Sie die lieben Kommentare meiner Kunden lesen. Es freut mich immer sehr - es können ruhig mehr werden. Nur zu - schreiben sie mir.


Zurück zur Übersicht

23.10.2016

Weitere Hinweise - es tut sich was

Liebe Frau Rieger,
vielen Dank für die schöne Mooskappe. Sie entspricht genau dem, was ich mir vorgestellt habe: Absolut originalgetreu.
Dabei ist sie auch noch äußerst gebrauchstauglich. Ich habe die Kappe bei meinen österlichen Oberharz-Wanderungen getragen, und sie hat sich bei dem hier so typischen  Wetter - Schneetreiben, Graupelschauer usw. - als ideale Kopfbedeckung erwiesen.
Vielen Dank auch besonders für den tollen persönlichen Service bei der Anfertigung mit mehrfacher Anprobe.
Ich werde den Besuch bei Ihnen in St. Andreasberg gerne in Erinnerung behalten.
Glückauf aus dem Ruhrgebiet in den Harz!
Herbert Schniggenfittig.

Ganz lieben Dank, lieber Herr Schniggenfittig, dass ich Ihr Foto hier veröffentlichen darf. Die Mooskappe steht Ihnen wirklich sehr gut. 
Mir hat es Freude gemacht, diese traditionelle Kopfbedeckung für Sie persönlich herzu-
stellen und ich wünsche Ihnen noch recht viel Freude beim Tragen der Oberharzer
Mooskappe. 

Das Oberharzer Wasserregal ist Weltkulturerbe und wird noch heute zur Stromgewinnung genutzt (www.grube-samson.de). Links im Bild zu sehen.
Danke für diese schöne Aufnahme.

Viele Grüße zurück und Ihnen alles Gute

Ihre Brigitte Rieger

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------








Liebe Frau Rieger,

Ich sagte es ja schon: das Forum der GAG ist der Ort, wo selbst die
entlegendsten Wissensgebiete noch kompetent bearbeitet werden.
Mein Eintrag hat gestern eine Antwort erhalten von Dr. Konrad Wiedemann,
dem früheren Leiter der Handschriftenabteilung der Landesbibliothek
Kassel.

https://forum.untertage.com/viewtopic.php?f=4&t=7672

Er hat sich gleich an die Arbeit gemacht. So etwas Ähnliches wie
Mooskappen gab es wohl auch in Hessen, aber die sahen einfach anders aus:
die wurden nach oben hin breiter und schlossen dann waagerecht ab.
Allerdings scheint es keine original erhaltenen mehr zu geben, zumindest
hat Wiedemann noch keine gesehen und besitzt nur ein altes Mützenschild.

Wiedemann zitiert auch noch eine Quelle, wonach es etwas Ähnliches gegeben
haben muß in Sachsen im 18. Jhrdt. Interessant ist auch, daß es keine
alten Wörterbücher zu geben scheint, die explizit den Begriff "Mooskappe"
anführen.

Es bleibt also dabei: im Grunde ist das, was Sie filzen, typisch für den
Harz - also das was man in "Neudeutsch" ein "Alleinstellungsmerkmal"
nennt. So und in der Form hat es das andernorts jedenfalls nicht gegeben,
und allzu verbreitet war es dann wohl auch nicht. Und mal ehrlich,
jenseits aller historischen Betrachtungen, eine oben abgerundete
Mooskappe, wie Sie sie anfertigen, sieht auch besser aus als eine, die
oben immer breiter wird. Und netter als "Schachthut" klingt das niedliche
"Mooskappe" doch auch :-)



Zurück zur Übersicht


23.10.2016

Nichts genaues weiß man nicht

Hallo Frau Rieger,

das ist in der Tat ein interessantes Kapitel der Montangeschichte, dem
noch keiner so richtig auf den Grund gegangen ist. Auch ich muss mich da
geschlagen geben! Jeder Bergmann brauchte eine und musste sich eine
anschaffenund bezahlen oder selbst basteln? In Clausthal oder Goslar
wird es Produzenten gegeben haben; spätestens nach dem 30jährigen Krieg
war das Standard. Ich denke nicht, dass man im Bergarchiv dazu etwas
findet. Sollten Sie was ausfindig machen, wäre es auch schön darüber
etwas im Harz-Bergkalender zu schreiben....

Viel Erfolg und schöne Grüße



Zurück zur Übersicht


12.10.2016

Ein sehr schönes Feedback von einem sehr netten Käufer einer Mooskappe

Liebe Frau Rieger,

vielen Dank, die Mooskappe kam gestern hier an. Sieht schön aus - und
paßt! Von wegen "Katze im Sack kaufen" - auf Ihrer HP sieht man doch, wie
sie aussieht. :-)

Vielleicht mache ich mir noch eine "Schlägel und Eisen"-Nadel dran, bin
mir aber nicht sicher, ob das nicht zu sehr in Richtung "Bergmannskitsch"
geht. Im "Rohzustand" hat die Mütze doch eher etwas Ursprüngliches und
"Archaisches".

Man kann schon verstehen, warum Bergleute so etwas trugen, denn die Mütze
hat in den Jahrhunderten, in denen es noch keine Schutzhelme gab, sicher
auch eine manierliche Schutzfunktion gehabt, besser als nur eine normale
gestrickte Wollmütze. Daß sie die Ohren nicht bedeckt, mag Zufall sein,
sinnvoll war es allemal, denn wenn man unter Tage schlecht oder gar nichts
hört, konnte das ja potentiell tödlich sein. Und die Mooskappe war allemal
besser als die "Gugel", die ja nur eine Art von Kapuze war. Eigenartig
nur, daß die Mooskappe laut Wikipedia nur im Harz und im Barsinghäuser
Land getragen wurde. Anderswo scheint sie also unbekannt gewesen zu sein.
Wenn man sich historische Filmaufnahmen oder Photos des Kohlebergbaus bei
uns im Aachener Revier ansieht, da sieht man, daß die Bergleute vor
hundert Jahren mit abgelegten "Straßenklamotten" eingefahren sind - und
auf dem Kopf ein oller Hut oder eine Kappe/Schiebermütze. Die Lederhelme
kamen erst später. Übrigens: im nur wenige Kilometer entfernten
niederländischen Steinkohlenrevier trugen sie tatsächlich, ja was wohl -
Holzschuhe, die durchaus sicherer waren als irgendwelche abgelegten
Straßenschuhe aus Leder!

Ihre Mooskappe ist übrigens auch ganz schön warm - ich gehe morgens immer
hier am Rhein entlang, der nur wenige Meter von meinem Haus entfernt
fließt. Heute Morgen auch, und da habe ich Ihre Kappe angezogen. Es ist
doch jetzt schon ganz schön frisch - und da merkt man, wie warm Filz doch
ist. Mein Vater hat immer davon gesprochen, wie gut doch Filz gegen Kälte
ist, denn als er im 2. Weltkrieg in Rußland war, da waren er und seine
Kameraden glücklich, daß sie Filzjacken und Filzmützen und sogar
Filzstiefel aus erbeuteten russischen Beständen hatten, denn mit den
deutschen leichtgewichtigen Sommeruniformen war vor Smolensk nichts zu
wollen.

Ich glaube wohl, daß ich sie gut vor den Motten schützen muß, denn so
hochwertige Wolle lieben die Biester!

Noch einen schönen Tag.
Glückauf



Zurück zur Übersicht